Bildoptimierung: Bilder für Websites richtig aufbereiten
Bilder machen Websites lebendig und ansprechend. Sie sind aber auch die größten Dateien auf den meisten Seiten und beeinflussen die Ladezeit erheblich. Mit der richtigen Optimierung reduzieren Sie die Dateigröße ohne sichtbaren Qualitätsverlust. Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie Ihre Bilder webgerecht aufbereiten.
Warum Bildoptimierung so wichtig ist
Bilder machen bei den meisten Websites den Großteil der übertragenen Daten aus. Eine einzige unkomprimierte Fotodatei kann mehrere Megabyte groß sein. Das entspricht dem Umfang einer kompletten Website mit Text und Code. Bei mehreren Bildern summiert sich das schnell.
Die Auswirkungen auf die Website Performance sind deutlich. Große Bilder verzögern den Seitenaufbau, besonders bei langsameren Verbindungen. Mobile Nutzer mit begrenztem Datenvolumen werden belastet. Suchmaschinen bewerten langsame Websites schlechter.
Konkrete Auswirkungen großer Bilddateien
- Längere Ladezeiten, höhere Absprungrate
- Schlechteres Ranking in Suchmaschinen
- Höherer Speicherverbrauch auf dem Webspace
- Mehr Traffic, bei manchen Tarifen höhere Kosten
- Schlechtere Nutzererfahrung auf Mobilgeräten
Die richtigen Bildformate verstehen
Nicht jedes Bildformat eignet sich für jeden Zweck. Die Wahl des Formats beeinflusst Qualität und Dateigröße erheblich.
JPEG für Fotos
JPEG ist das Standardformat für Fotografien und Bilder mit vielen Farben und Verläufen. Es nutzt eine verlustbehaftete Kompression: Details werden entfernt, um die Datei zu verkleinern. Bei richtiger Einstellung ist der Verlust mit bloßem Auge nicht erkennbar.
Für Fotos auf Websites ist JPEG meist die beste Wahl. Die Qualitätseinstellung liegt typischerweise zwischen 70 und 85 Prozent. Niedrigere Werte sparen mehr Platz, führen aber zu sichtbaren Artefakten.
PNG für Grafiken
PNG eignet sich für Grafiken, Logos, Screenshots und Bilder mit Transparenz. Es komprimiert verlustfrei, speichert also jedes Detail exakt. Das führt bei Fotos zu großen Dateien, bei Grafiken mit wenigen Farben und klaren Kanten aber zu hervorragenden Ergebnissen.
Ein wichtiger Vorteil von PNG ist die Unterstützung von Transparenz. Wenn ein Bild durchsichtige Bereiche haben soll, etwa ein Logo, das über verschiedenfarbigen Hintergründen erscheint, ist PNG die richtige Wahl.
WebP als moderner Allrounder
WebP vereint die Stärken von JPEG und PNG. Es unterstützt sowohl verlustbehaftete als auch verlustfreie Kompression und Transparenz. Bei gleicher Qualität sind WebP Dateien oft 25 bis 35 Prozent kleiner als JPEG oder PNG.
Alle modernen Browser unterstützen WebP mittlerweile. Für ältere Browser können Sie Fallback Versionen in klassischen Formaten bereitstellen.
SVG für Vektorgrafiken
SVG ist ein Vektorformat. Statt einzelner Pixel werden mathematische Formen gespeichert. Das bedeutet: SVG Grafiken lassen sich beliebig vergrößern, ohne unscharf zu werden. Ideal für Logos, Icons und einfache Illustrationen.
Die Dateigröße hängt von der Komplexität der Grafik ab. Einfache Icons sind winzig, komplexe Illustrationen können größer werden als entsprechende Pixelbilder.
Formatvergleich
| Format | Kompression | Transparenz | Beste Verwendung |
|---|---|---|---|
| JPEG | Verlustbehaftet | Nein | Fotos, komplexe Bilder |
| PNG | Verlustfrei | Ja | Grafiken, Screenshots, Logos |
| WebP | Beides möglich | Ja | Universell einsetzbar |
| SVG | Verlustfrei (Vektor) | Ja | Icons, Logos, Illustrationen |
| GIF | Verlustfrei (256 Farben) | Ja (1 Bit) | Einfache Animationen |
Bilder richtig dimensionieren
Die Dimensionen eines Bildes haben großen Einfluss auf die Dateigröße. Ein Bild mit doppelter Breite und Höhe hat viermal so viele Pixel und entsprechend mehr Daten.
Nicht größer als nötig
Laden Sie Bilder in der Größe hoch, in der sie auf der Website angezeigt werden. Wenn ein Bild maximal 800 Pixel breit dargestellt wird, macht es keinen Sinn, ein 4000 Pixel breites Original hochzuladen. Der Browser skaliert es zwar herunter, aber die volle Datenmenge muss trotzdem übertragen werden.
Retina und hochauflösende Displays
Moderne Geräte haben oft hochauflösende Displays. Für eine scharfe Darstellung benötigen diese Bilder mit höherer Pixelzahl. Die gängige Praxis ist, Bilder in doppelter Größe bereitzustellen. Ein Bild, das mit 400 Pixeln angezeigt wird, sollte 800 Pixel breit sein.
Verschiedene Größen für verschiedene Geräte
Ein großes Bild auf dem Desktop Monitor kann auf dem Smartphone winzig erscheinen. Moderne Webtechniken erlauben es, verschiedene Bildversionen für verschiedene Bildschirmgrößen anzubieten. Der Browser wählt dann automatisch die passende Version.
Komprimierung praktisch anwenden
Die Komprimierung reduziert die Dateigröße eines Bildes. Verschiedene Werkzeuge stehen dafür zur Verfügung.
Vor dem Upload komprimieren
Der einfachste Ansatz ist, Bilder vor dem Hochladen zu optimieren. Bildbearbeitungsprogramme bieten beim Speichern Qualitätseinstellungen an. Auch spezialisierte Komprimierungswerkzeuge sind verfügbar, die Bilder mit wenigen Klicks optimieren.
Bei der Komprimierung müssen Sie die Balance zwischen Dateigröße und Qualität finden. Beginnen Sie mit moderaten Einstellungen und prüfen Sie das Ergebnis visuell. Bei Fotos ist eine Qualität von 75 bis 85 Prozent meist optimal.
Automatische Komprimierung beim Upload
Viele Content Management Systeme bieten Erweiterungen, die hochgeladene Bilder automatisch optimieren. Das ist praktisch, wenn mehrere Personen Inhalte pflegen und nicht alle die manuelle Optimierung beherrschen.
Metadaten entfernen
Bilder enthalten oft Metadaten: Kameraeinstellungen, GPS Koordinaten, Bearbeitungsverlauf. Diese Daten vergrößern die Datei und sind für die Anzeige im Web nicht nötig. Bei der Optimierung können sie entfernt werden, was zusätzlich Platz spart.
Lazy Loading einsetzen
Lazy Loading verzögert das Laden von Bildern, bis sie tatsächlich benötigt werden. Bilder, die sich weiter unten auf der Seite befinden, werden erst geladen, wenn der Besucher dorthin scrollt.
Vorteile von Lazy Loading
- Schnellerer initialer Seitenaufbau
- Weniger Datenverbrauch, wenn nicht die ganze Seite betrachtet wird
- Bessere Performance Werte in Tests
- Entlastung des Servers bei vielen parallelen Zugriffen
Native Unterstützung in Browsern
Moderne Browser unterstützen Lazy Loading direkt über ein HTML Attribut. Ohne zusätzlichen Code oder Bibliotheken können Sie Bilder verzögert laden lassen. Für ältere Browser gibt es JavaScript Lösungen, die das Verhalten nachbilden.
Wann Lazy Loading nicht sinnvoll ist
Bilder im sichtbaren Bereich beim Laden der Seite sollten nicht verzögert werden. Das würde zu sichtbarem Nachladen führen und die wahrgenommene Geschwindigkeit verschlechtern. Auch bei sehr wenigen oder kleinen Bildern ist der Aufwand möglicherweise nicht gerechtfertigt.
Responsive Bilder umsetzen
Responsive Bilder passen sich der Bildschirmgröße an. Statt eines festen Bildes werden verschiedene Versionen bereitgestellt, aus denen der Browser die passende wählt.
Das srcset Attribut
Mit dem srcset Attribut können Sie verschiedene Bildversionen mit ihren Breiten angeben. Der Browser entscheidet basierend auf Bildschirmgröße und Pixeldichte, welche Version geladen wird.
Das picture Element
Für mehr Kontrolle steht das picture Element zur Verfügung. Damit können Sie unterschiedliche Bildquellen für verschiedene Bedingungen definieren, auch verschiedene Formate. So können Sie WebP für moderne Browser anbieten und JPEG als Fallback.
Herausforderungen bei responsiven Bildern
Der Aufwand für responsive Bilder ist höher. Jedes Bild muss in mehreren Größen vorliegen. Die Verwaltung wird komplexer. Automatisierte Werkzeuge können helfen, die verschiedenen Versionen zu erzeugen.
Content Delivery Networks nutzen
Ein Content Delivery Network (CDN) verteilt Ihre Bilder auf Server weltweit. Besucher laden die Bilder dann vom nächstgelegenen Standort, was die Übertragungszeit reduziert.
Vorteile eines CDN für Bilder
- Kürzere Ladezeiten durch geografische Nähe
- Entlastung des eigenen Servers
- Oft integrierte Optimierungsfunktionen
- Bessere Verfügbarkeit bei hohem Traffic
Bild CDNs mit automatischer Optimierung
Spezialisierte Bild CDNs gehen noch weiter. Sie optimieren Bilder automatisch, liefern das beste Format für den jeweiligen Browser und passen die Größe dynamisch an. Das vereinfacht die Arbeit erheblich, verursacht aber laufende Kosten.
Häufige Fehler vermeiden
Einige Fehler bei der Bildoptimierung kommen immer wieder vor. Kennen Sie diese, können Sie sie umgehen.
Falsche Formate wählen
Ein Foto als PNG speichern oder eine Grafik mit wenigen Farben als JPEG führt zu unnötig großen Dateien oder schlechter Qualität. Wählen Sie das Format passend zum Bildinhalt.
Bilder mehrfach komprimieren
Jede verlustbehaftete Komprimierung entfernt Informationen. Wenn Sie ein bereits komprimiertes JPEG erneut speichern, verschlechtert sich die Qualität weiter. Arbeiten Sie mit den Originaldateien und komprimieren Sie nur einmal für die finale Ausgabe.
Keine Dimensionen angeben
Ohne Breitenangabe im HTML weiß der Browser nicht, wie viel Platz das Bild einnehmen wird. Das führt zu Layout Verschiebungen beim Laden, einem Faktor, der auch von Suchmaschinen negativ bewertet wird. Geben Sie immer Breite und Höhe an.
Alt Texte vergessen
Auch wenn dies nicht direkt zur Optimierung gehört: Jedes Bild sollte einen beschreibenden Alt Text haben. Das hilft der Barrierefreiheit und der Suchmaschinenoptimierung.
Werkzeuge für die Bildoptimierung
Verschiedene Programme und Dienste helfen bei der Optimierung von Bildern.
Lokale Werkzeuge
- Bildbearbeitungsprogramme mit Export Optionen
- Spezialisierte Komprimierungsprogramme
- Kommandozeilen Werkzeuge für Batch Verarbeitung
Online Dienste
- Webbasierte Komprimierungstools
- Dienste zur Formatkonvertierung
- Analyse Tools für bestehende Websites
CMS Erweiterungen
- Plugins für automatische Optimierung beim Upload
- Lazy Loading Erweiterungen
- Integration mit Bild CDNs
Checkliste für optimierte Bilder
Prüfen Sie bei jedem Bild folgende Punkte:
- Ist das richtige Format gewählt?
- Entspricht die Größe der Anzeigegröße?
- Wurde das Bild komprimiert?
- Wurden unnötige Metadaten entfernt?
- Sind Breite und Höhe im HTML angegeben?
- Ist ein sinnvoller Alt Text vorhanden?
- Ist Lazy Loading sinnvoll und aktiviert?
- Werden moderne Formate wie WebP angeboten?
Fazit: Kleine Dateien, große Wirkung
Optimierte Bilder machen Websites schneller und angenehmer zu benutzen. Der Aufwand für die Optimierung zahlt sich mehrfach aus: in besseren Ladezeiten, zufriedeneren Besuchern und besseren Suchmaschinenplatzierungen.
Beginnen Sie mit den Grundlagen: richtiges Format, passende Größe, angemessene Komprimierung. Diese Maßnahmen bringen den größten Effekt bei geringem Aufwand. Fortgeschrittene Techniken wie responsive Bilder und CDNs können folgen, wenn die Basis steht.
Machen Sie Bildoptimierung zur Gewohnheit. Jedes Bild, das Sie hochladen, sollte vorher geprüft und optimiert werden. Mit der Zeit wird dieser Arbeitsschritt zur Routine, und Ihre Website profitiert dauerhaft.
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