Domainumzug und Provider Wechsel

Der Wechsel zu einem neuen Hosting Anbieter muss nicht kompliziert sein. Mit der richtigen Vorbereitung läuft der Domainumzug reibungslos und Ihre Website bleibt durchgehend erreichbar. Dieser Ratgeber führt Sie durch alle Schritte und erklärt, worauf Sie achten müssen.

Warum den Provider wechseln?

Es gibt viele gute Gründe, den Hosting Anbieter zu wechseln. Vielleicht sind Sie mit dem Service unzufrieden, die Preise steigen oder Ihre Anforderungen haben sich geändert. Manche Nutzer wünschen sich mehr Leistung, andere besseren Support. Auch technische Einschränkungen beim aktuellen Anbieter können den Wechsel motivieren.

Ein Domainumzug klingt zunächst nach viel Aufwand. In Wirklichkeit ist der Vorgang standardisiert und folgt einem festgelegten Ablauf. Mit etwas Vorbereitung können Sie den Wechsel an einem Nachmittag anstoßen. Die eigentliche Übertragung dauert dann einige Tage, in denen Ihre Website aber normal erreichbar bleibt.

Domain und Webhosting trennen

Bevor wir in die Details gehen, eine wichtige Unterscheidung: Domain und Webhosting sind zwei verschiedene Dinge. Die Domain ist Ihre Internetadresse, das Webhosting der Speicherplatz für Ihre Website. Beides muss nicht beim selben Anbieter liegen.

Verschiedene Umzugsszenarien

Szenario Was wird umgezogen Komplexität
Nur Webhosting wechseln Website Dateien und Datenbanken, Domain bleibt beim alten Anbieter Einfach
Nur Domain umziehen Domain wird zum neuen Anbieter transferiert, Hosting bleibt Mittel
Komplett wechseln Domain und Webhosting zum neuen Anbieter Aufwendiger

Für einen Komplettwechsel empfiehlt es sich, zuerst das Webhosting umzuziehen und die Domain danach zu transferieren. So vermeiden Sie, dass beides gleichzeitig in Bearbeitung ist und können Probleme leichter eingrenzen.

Vorbereitung des Domainumzugs

Eine gründliche Vorbereitung ist der Schlüssel zum erfolgreichen Umzug. Nehmen Sie sich Zeit für diese Schritte, bevor Sie den Transfer starten.

Checkliste vor dem Umzug

  • Vertragslaufzeit und Kündigungsfrist beim alten Anbieter prüfen
  • Neues Hosting Paket beim Zielanbieter buchen
  • Vollständiges Backup aller Website Dateien erstellen
  • Datenbanken exportieren und sichern
  • E-Mail Konten und deren Inhalte dokumentieren
  • Aktuelle DNS Einstellungen notieren
  • Auth Code für den Domaintransfer anfordern

Auth Code besorgen

Der Auth Code, auch Authorization Code oder EPP Code genannt, ist ein Sicherheitsschlüssel für den Domaintransfer. Er stellt sicher, dass nur der rechtmäßige Inhaber die Domain umziehen kann. Den Code erhalten Sie beim aktuellen Anbieter, meist über das Kundenmenü oder auf Anfrage beim Support.

Bei deutschen Domains mit der Endung .de ist der Ablauf etwas anders. Hier wird kein Auth Code verwendet, sondern eine sogenannte KK Anfrage gestellt. Der neue Anbieter sendet einen Antrag an die Registrierungsstelle DENIC, und Sie bestätigen den Wechsel per E-Mail.

Der Ablauf beim Hosting Umzug

Der Umzug der Website selbst ist oft der aufwendigere Teil. Hier müssen Dateien übertragen, Datenbanken importiert und Einstellungen angepasst werden.

Schritt 1: Backup erstellen

Bevor Sie irgendetwas ändern, erstellen Sie ein vollständiges Backup. Laden Sie alle Dateien per FTP herunter und exportieren Sie die Datenbanken. Speichern Sie alles auf Ihrem lokalen Computer oder einem separaten Speicherort. Dieses Backup ist Ihre Absicherung, falls beim Umzug etwas schiefgeht.

Schritt 2: Neues Hosting einrichten

Beim neuen Anbieter richten Sie zunächst Ihr Hosting Paket ein. Legen Sie die Domain an, auch wenn sie noch nicht dorthin zeigt. Erstellen Sie die benötigten Datenbanken und notieren Sie die Zugangsdaten. Richten Sie FTP Zugänge ein und testen Sie die Verbindung.

Schritt 3: Dateien übertragen

Laden Sie alle Website Dateien auf den neuen Server hoch. Bei umfangreichen Websites kann das einige Zeit dauern. Manche Anbieter bieten auch Import Funktionen für gepackte Archive, was den Upload beschleunigt. Achten Sie darauf, dass die Verzeichnisstruktur erhalten bleibt.

Schritt 4: Datenbank importieren

Importieren Sie den Datenbank Dump in die neue Datenbank. Das funktioniert meist über phpMyAdmin oder ähnliche Werkzeuge. Nach dem Import müssen Sie die Konfiguration Ihrer Website anpassen, damit sie die neue Datenbank verwendet. Bei Content Management Systemen steht die Datenbankverbindung in einer Konfigurationsdatei.

Schritt 5: Konfiguration anpassen

Prüfen Sie alle Pfade und Einstellungen in Ihrer Website. Datenbankverbindungen, absolute Pfade zu Dateien und andere Konfigurationen müssen möglicherweise angepasst werden. Bei manchen Systemen genügt die Änderung einer zentralen Konfigurationsdatei, bei anderen müssen Einträge in der Datenbank aktualisiert werden.

Schritt 6: Testen vor dem Umschalten

Bevor Sie die Domain umleiten, sollten Sie die neue Installation testen. Viele Anbieter stellen eine temporäre URL bereit, unter der Sie die Website aufrufen können. Prüfen Sie alle Seiten, Formulare und Funktionen. Beheben Sie eventuelle Fehler, solange die alte Website noch produktiv ist.

DNS Umstellung

Wenn die neue Website fertig eingerichtet und getestet ist, erfolgt die eigentliche Umstellung. Dabei werden die DNS Einträge so geändert, dass die Domain auf den neuen Server zeigt.

Nameserver ändern

Die einfachste Methode ist die Änderung der Nameserver. Sie tragen die Nameserver Ihres neuen Anbieters bei der Domain ein. Der neue Anbieter verwaltet dann alle DNS Einträge. Diese Änderung nehmen Sie beim aktuellen Domain Registrar vor, also dort, wo die Domain registriert ist.

DNS Propagation verstehen

Nach der Änderung der DNS Einträge dauert es einige Zeit, bis alle Server im Internet die neuen Daten kennen. Dieser Vorgang heißt DNS Propagation. In der Regel sind es wenige Stunden, manchmal bis zu 48 Stunden. Während dieser Zeit können manche Besucher noch den alten Server erreichen, andere bereits den neuen.

Um Probleme zu vermeiden, sollten Sie die TTL Werte Ihrer DNS Einträge vorher reduzieren. Ein niedriger TTL Wert bedeutet, dass Änderungen schneller übernommen werden. Setzen Sie die TTL etwa eine Woche vor dem Umzug auf einen niedrigen Wert wie 300 Sekunden.

Der Domain Transfer

Wenn Sie auch die Domain selbst zum neuen Anbieter übertragen möchten, starten Sie den Transfer nach erfolgreicher Website Migration. Der Domain Transfer ist ein separater Vorgang, der die Registrierung der Domain betrifft.

Ablauf des Transfers

  1. Auth Code beim bisherigen Anbieter anfordern
  2. Transfer beim neuen Anbieter mit dem Auth Code beauftragen
  3. Bestätigungsmail des alten Anbieters beantworten falls erforderlich
  4. Warten bis der Transfer abgeschlossen ist
  5. DNS Einstellungen beim neuen Anbieter prüfen

Transfer Sperren beachten

Domains können mit einer Transfer Sperre belegt sein, die den Umzug verhindert. Diese Sperre müssen Sie vor dem Transfer aufheben. Bei manchen Anbietern geschieht das automatisch mit der Anforderung des Auth Codes, bei anderen müssen Sie die Sperre separat deaktivieren.

Außerdem gibt es nach der Registrierung oder dem letzten Transfer oft eine Sperrfrist von 60 Tagen. In diesem Zeitraum ist kein erneuter Transfer möglich. Planen Sie Ihren Umzug entsprechend.

E-Mail beim Provider Wechsel

Der Umzug der E-Mail Konten erfordert besondere Aufmerksamkeit. Verlorene E-Mails oder eine Zeit ohne erreichbare Postfächer können problematisch sein, besonders für geschäftliche Kommunikation.

E-Mail Konten vorbereiten

Erstellen Sie beim neuen Anbieter alle benötigten E-Mail Konten mit denselben Adressen wie beim alten. Richten Sie die Konten in Ihrem E-Mail Programm parallel ein, damit Sie nach der Umstellung sofort Zugriff haben. Sichern Sie alle wichtigen E-Mails aus den bestehenden Konten.

Übergangszeit beachten

Während der DNS Propagation können E-Mails an beide Server gehen, den alten und den neuen. Prüfen Sie in den Tagen nach der Umstellung beide Postfächer regelmäßig. Manche Anbieter bieten auch Weiterleitungen an, um E-Mails vom alten zum neuen Konto zu leiten.

Häufige Probleme beim Umzug

Trotz guter Vorbereitung können Probleme auftreten. Hier die häufigsten Schwierigkeiten und wie Sie damit umgehen.

Website zeigt Fehler nach dem Umzug

Fehler nach der Migration haben oft einfache Ursachen: falsche Datenbankverbindung, fehlende Dateien oder unterschiedliche Pfade. Prüfen Sie die Konfiguration Schritt für Schritt. Vergleichen Sie die Einstellungen mit der funktionierenden alten Installation. Die meisten Fehler lassen sich durch Anpassung der Konfiguration beheben.

Unterschiedliche PHP Versionen

Wenn der neue Server eine andere PHP Version verwendet, kann es zu Kompatibilitätsproblemen kommen. Älterer Code funktioniert möglicherweise nicht mit neueren PHP Versionen. Prüfen Sie die Anforderungen Ihrer Software und wählen Sie eine passende PHP Version beim neuen Anbieter.

Gemischte Inhalte bei HTTPS

Lädt Ihre Website nach dem Umzug einige Ressourcen noch über HTTP statt HTTPS, zeigen Browser Warnungen an. Prüfen Sie alle URLs in Ihrer Datenbank und in den Dateien. Werkzeuge zur Massensuche und Ersetzung helfen, alte URLs anzupassen.

Nach dem Umzug

Wenn die Migration abgeschlossen ist, bleiben noch einige Aufgaben zu erledigen.

Altes Hosting kündigen

Warten Sie mit der Kündigung, bis Sie sicher sind, dass alles beim neuen Anbieter funktioniert. Behalten Sie das alte Hosting noch einige Wochen als Backup. Erst wenn Sie überzeugt sind, dass der Umzug erfolgreich war, kündigen Sie das alte Paket. Beachten Sie dabei die Kündigungsfristen.

Suchmaschinen informieren

In den meisten Fällen bemerken Suchmaschinen den Serverumzug nicht, solange die URLs gleich bleiben. Hat sich etwas an der Struktur geändert, richten Sie Weiterleitungen ein. Bei größeren Änderungen kann eine erneute Indexierung über die Webmaster Tools sinnvoll sein.

SSL Zertifikat einrichten

Vergessen Sie nicht, beim neuen Anbieter ein SSL Zertifikat einzurichten. Ohne gültiges Zertifikat zeigen Browser Warnungen an und die Website erscheint unsicher. Die meisten Anbieter bieten kostenlose Zertifikate, die sich automatisch verlängern.

Tipps für einen reibungslosen Umzug

Mit diesen Empfehlungen minimieren Sie das Risiko von Problemen:

  • Führen Sie den Umzug nicht am Wochenende durch, wenn der Support schwer erreichbar ist
  • Planen Sie genügend Zeit ein und arbeiten Sie nicht unter Zeitdruck
  • Dokumentieren Sie jeden Schritt für den Fall, dass Sie etwas rückgängig machen müssen
  • Testen Sie gründlich, bevor Sie die DNS Einträge umstellen
  • Informieren Sie wichtige Kontakte über mögliche kurze Ausfälle
  • Halten Sie alle Zugangsdaten griffbereit

Wann professionelle Hilfe sinnvoll ist

Nicht jeder Umzug lässt sich einfach selbst durchführen. Bei komplexen Websites mit vielen Datenbanken, speziellen Serverkonfigurationen oder hohen Verfügbarkeitsanforderungen kann professionelle Unterstützung sinnvoll sein. Manche Anbieter bieten auch Umzugsservices an, die den gesamten Vorgang übernehmen.

Wenn Sie unsicher sind, ob Sie den Umzug selbst bewältigen können, holen Sie vorher Rat ein. Ein gescheiterter Umzug mit längeren Ausfallzeiten verursacht mehr Ärger als die Kosten für professionelle Hilfe.

Weitere hilfreiche Informationen finden Sie in unseren Ratgebern zum Thema Was ist ein Webhoster und zur Domainregistrierung. Grundlagen zum Webhosting erklärt unser Artikel Was ist Webspace.