Website Umzug: So wechseln Sie sicher den Webhoster

Es gibt viele Gründe, den Webhoster zu wechseln: bessere Leistung, günstigere Preise, mehr Speicherplatz oder schlicht Unzufriedenheit mit dem Service. Der Umzug einer Website klingt kompliziert, ist aber mit der richtigen Vorbereitung gut zu bewältigen. In diesem ausführlichen Ratgeber erfahren Sie Schritt für Schritt, wie Sie Ihre Website sicher und ohne Datenverlust zum neuen Anbieter übertragen.

Gründe für einen Webhoster Wechsel

Bevor Sie den Aufwand eines Umzugs auf sich nehmen, sollten Sie sicher sein, dass der Wechsel die richtige Entscheidung ist. Es gibt verschiedene Gründe, die für einen Umzug sprechen können.

Performance Probleme

Wenn Ihre Website regelmäßig langsam lädt oder häufig nicht erreichbar ist, liegt das Problem oft beim Hosting. Besonders bei günstigem Shared Hosting können überlastete Server die Performance beeinträchtigen. Ein Wechsel zu einem leistungsfähigeren Anbieter kann hier Abhilfe schaffen.

Unzureichender Support

Guter Support ist bei technischen Problemen unverzichtbar. Wenn Ihr aktueller Anbieter nur langsam oder gar nicht reagiert, sollten Sie über Alternativen nachdenken. Lesen Sie vor dem Wechsel Erfahrungsberichte über den Support des neuen Hosters.

Wachsende Anforderungen

Mit dem Erfolg Ihrer Website steigen oft auch die Anforderungen. Mehr Besucher brauchen mehr Ressourcen, größere Projekte mehr Speicherplatz und Datenbanken. Wenn Ihr aktuelles Paket an Grenzen stößt und der Anbieter keine passenden Upgrades bietet, ist ein Wechsel sinnvoll.

Bessere Preise

Der Markt für Webhosting ist wettbewerbsintensiv. Andere Anbieter bieten möglicherweise mehr Leistung zum gleichen Preis oder dieselbe Leistung günstiger. Ein Vergleich lohnt sich, besonders wenn Ihr Vertrag ausläuft.

Fehlende Funktionen

Vielleicht benötigen Sie Funktionen, die Ihr aktueller Hoster nicht anbietet: bestimmte PHP Versionen, spezielle Datenbanken, SSL Zertifikate oder automatische Backups. In diesem Fall ist ein Wechsel zu einem Anbieter mit passendem Funktionsumfang die Lösung.

Vorbereitung des Umzugs

Eine gründliche Vorbereitung ist der Schlüssel zu einem reibungslosen Umzug. Nehmen Sie sich Zeit für diese Phase, um später keine bösen Überraschungen zu erleben.

Bestandsaufnahme machen

Bevor Sie beginnen, sollten Sie wissen, was alles umgezogen werden muss. Erstellen Sie eine Liste aller Komponenten:

  • Website Dateien: Alle Dateien auf dem Webspace
  • Datenbanken: Anzahl und Größe der genutzten Datenbanken
  • E-Mail Konten: E-Mail Adressen und gespeicherte Nachrichten
  • Domains: Haupt- und Subdomains, die umgezogen werden
  • Cronjobs: Automatisierte Aufgaben, die eingerichtet sind
  • Spezielle Einstellungen: htaccess Konfigurationen, PHP Einstellungen

Neuen Hoster auswählen

Recherchieren Sie sorgfältig, bevor Sie sich für einen neuen Anbieter entscheiden. Achten Sie auf folgende Punkte:

  • Passt das Leistungsangebot zu Ihren Anforderungen?
  • Wie sind die Erfahrungsberichte anderer Kunden?
  • Wie gut ist der Support erreichbar?
  • Welche Vertragslaufzeiten und Kündigungsfristen gelten?
  • Bietet der Anbieter einen Umzugsservice an?

Backup erstellen

Vor jedem Umzug ist ein vollständiges Backup Pflicht. Sichern Sie alle Dateien und Datenbanken und bewahren Sie diese an einem sicheren Ort auf. Selbst wenn beim Umzug etwas schiefgeht, können Sie so jederzeit den ursprünglichen Zustand wiederherstellen.

Zeitpunkt wählen

Planen Sie den Umzug zu einem Zeitpunkt mit wenig Traffic, etwa am Wochenende oder nachts. So bemerken möglichst wenige Besucher eine eventuelle Ausfallzeit. Vermeiden Sie Umzüge vor wichtigen Ereignissen wie Produktlaunches oder Aktionen.

Schritt für Schritt zum neuen Hoster

Der eigentliche Umzug erfolgt in mehreren Schritten, die Sie nacheinander abarbeiten sollten.

Schritt 1: Hosting Paket beim neuen Anbieter buchen

Buchen Sie das gewünschte Paket beim neuen Webhoster. Achten Sie darauf, dass alle benötigten Funktionen enthalten sind. Nach der Buchung erhalten Sie die Zugangsdaten für das neue Hosting, darunter FTP Zugänge und Datenbank Informationen.

Schritt 2: Dateien übertragen

Laden Sie alle Dateien Ihrer Website vom alten Server herunter. Nutzen Sie dafür ein FTP Programm und verbinden Sie sich mit den Zugangsdaten Ihres alten Hosters. Laden Sie den kompletten Inhalt des Webspace auf Ihren lokalen Computer.

Anschließend verbinden Sie sich mit dem neuen Server und laden alle Dateien in das entsprechende Verzeichnis hoch. Achten Sie darauf, dass Sie in das richtige Webroot Verzeichnis hochladen, oft htdocs, public_html oder www genannt.

Schritt 3: Datenbank übertragen

Exportieren Sie die Datenbank beim alten Hoster. Das geht am einfachsten über phpMyAdmin: Wählen Sie die Datenbank aus und klicken Sie auf Exportieren. Speichern Sie die resultierende SQL Datei auf Ihrem Computer.

Beim neuen Hoster erstellen Sie eine neue Datenbank mit Benutzer. Notieren Sie sich die Zugangsdaten. Dann importieren Sie die gesicherte SQL Datei über phpMyAdmin in die neue Datenbank.

Schritt 4: Konfiguration anpassen

Nach dem Import der Daten müssen Sie die Konfigurationsdateien Ihrer Website anpassen. Die Datenbankzugangsdaten haben sich geändert und müssen in der Konfiguration eingetragen werden. Bei WordPress ist das die Datei wp-config.php, bei anderen Systemen entsprechende Konfigurationsdateien.

Ändern Sie folgende Werte:

  • Datenbankname: Der Name der neuen Datenbank
  • Benutzername: Der neue Datenbankbenutzer
  • Passwort: Das Passwort des neuen Benutzers
  • Host: Oft localhost, manchmal ein spezifischer Servername

Schritt 5: Website testen

Bevor Sie die Domain umziehen, sollten Sie die Website beim neuen Hoster testen. Viele Anbieter stellen eine temporäre URL bereit, unter der Sie die Seite aufrufen können. Alternativ können Sie die hosts Datei auf Ihrem Computer anpassen, um die Domain temporär auf die neue IP zeigen zu lassen.

Prüfen Sie alle wichtigen Funktionen:

  • Lädt die Startseite korrekt?
  • Funktionieren interne Links?
  • Werden Bilder angezeigt?
  • Funktioniert der Adminbereich?
  • Arbeiten Formulare und interaktive Elemente?

Schritt 6: Domain umziehen

Wenn alles funktioniert, ist es Zeit für den Domain Umzug. Hierbei gibt es zwei Möglichkeiten:

DNS ändern: Die einfachste Methode ist, die DNS Einträge der Domain auf den neuen Server zu zeigen. Ändern Sie die Nameserver oder A-Records bei Ihrem Domain Registrar. Nach der Änderung dauert es einige Stunden bis zu 48 Stunden, bis die Änderung weltweit wirksam ist.

Domain Transfer: Alternativ können Sie die Domain komplett zum neuen Anbieter transferieren. Dafür benötigen Sie einen Auth Code vom alten Registrar und starten den Transfer beim neuen. Dieser Vorgang dauert meist einige Tage.

Schritt 7: E-Mail Konten umziehen

Falls Sie E-Mail Hosting nutzen, müssen auch die E-Mail Konten umgezogen werden. Erstellen Sie die Postfächer beim neuen Anbieter mit denselben Adressen. Die gespeicherten E-Mails können Sie mit einem E-Mail Programm per IMAP herunterladen und zum neuen Server hochladen.

Alternativ können Sie vor dem Umzug alle E-Mails lokal sichern und anschließend zum neuen Server synchronisieren. Beachten Sie, dass während der DNS Umstellung E-Mails verloren gehen können, wenn beide Server nicht parallel aktiv sind.

Umzugsservice nutzen

Viele Webhoster bieten einen kostenlosen oder günstigen Umzugsservice an. Dabei übernehmen Techniker des neuen Anbieters den kompletten Umzug für Sie. Das ist besonders bei komplexen Websites eine große Erleichterung.

Vorteile des Umzugsservice

  • Professionelle Durchführung durch erfahrene Techniker
  • Minimales Risiko für Fehler oder Datenverlust
  • Zeitersparnis für Sie
  • Oft kostenlos im neuen Paket enthalten

Was wird benötigt?

Für den Umzugsservice müssen Sie dem neuen Hoster die Zugangsdaten zum alten Hosting übermitteln. Das umfasst FTP Zugänge, Datenbankzugangsdaten und gegebenenfalls Zugang zum Hosting Panel. Nach Abschluss des Umzugs sollten Sie diese Passwörter ändern.

Häufige Probleme beim Umzug

Trotz sorgfältiger Vorbereitung können beim Umzug Probleme auftreten. Die häufigsten und ihre Lösungen:

Weiße Seite nach dem Umzug

Eine weiße Seite deutet meist auf einen Fehler in der Konfiguration hin. Prüfen Sie die Datenbankzugangsdaten in der Konfigurationsdatei. Aktivieren Sie die Fehleranzeige, um den genauen Fehler zu sehen.

Datenbankverbindung fehlgeschlagen

Dieser Fehler zeigt, dass die Datenbank Verbindung nicht hergestellt werden kann. Überprüfen Sie Datenbankname, Benutzername, Passwort und Host. Manchmal unterscheidet sich der Hostname beim neuen Anbieter.

Bilder werden nicht angezeigt

Wenn Bilder fehlen, wurden möglicherweise nicht alle Dateien übertragen. Prüfen Sie, ob der Upload Ordner vollständig ist. Auch falsche Dateirechte können das Problem verursachen.

Links führen zur alten Website

Bei manchen CMS ist die Website URL in der Datenbank gespeichert. Nach dem Umzug müssen Sie diese anpassen. Bei WordPress finden Sie die Einstellung unter Einstellungen und Allgemein.

SSL Zertifikat fehlt

Das SSL Zertifikat vom alten Server kann nicht übertragen werden. Sie müssen beim neuen Hoster ein neues Zertifikat einrichten. Viele Anbieter bieten kostenlose Zertifikate über Let's Encrypt an.

Nach dem Umzug

Auch nach dem erfolgreichen Umzug gibt es noch einige Dinge zu beachten.

Alte Hosting Kündigen

Kündigen Sie das alte Hosting erst, wenn die Website beim neuen Anbieter stabil läuft und die DNS Umstellung abgeschlossen ist. Halten Sie das alte Hosting noch einige Wochen parallel aktiv, falls doch noch Probleme auftreten.

Backups einrichten

Richten Sie beim neuen Hoster regelmäßige Backups ein. Prüfen Sie, ob automatische Sicherungen enthalten sind, und erstellen Sie zusätzlich eigene Backups.

Performance prüfen

Testen Sie die Ladezeit Ihrer Website beim neuen Hoster. Idealerweise sollte sie schneller sein als zuvor. Falls nicht, prüfen Sie die Konfiguration oder kontaktieren Sie den Support.

E-Mail Konfiguration anpassen

Falls Sie E-Mail Programme nutzen, müssen Sie dort die neuen Servereinstellungen eintragen. Die Serverdaten erhalten Sie vom neuen Hoster.

Checkliste für den Website Umzug

Nutzen Sie diese Checkliste, um keinen wichtigen Schritt zu vergessen:

Schritt Erledigt
Bestandsaufnahme aller Komponenten
Neuen Hoster ausgewählt und gebucht
Vollständiges Backup erstellt
Alle Dateien heruntergeladen
Datenbank exportiert
Dateien zum neuen Server hochgeladen
Datenbank beim neuen Hoster erstellt und importiert
Konfigurationsdateien angepasst
Website getestet
Domain umgezogen
SSL Zertifikat eingerichtet
E-Mail Konten umgezogen
Backups beim neuen Hoster eingerichtet
Altes Hosting gekündigt

Fazit: Umzug erfordert Sorgfalt, ist aber machbar

Ein Website Umzug ist mit etwas Vorbereitung auch für weniger technisch versierte Anwender zu bewältigen. Der wichtigste Punkt ist ein vollständiges Backup vor dem Start. Damit können Sie im schlimmsten Fall jederzeit zum Ausgangszustand zurückkehren.

Nehmen Sie sich Zeit für jeden Schritt und testen Sie gründlich, bevor Sie die Domain umstellen. Bei Unsicherheit nutzen Sie den Umzugsservice des neuen Anbieters, die meisten bieten diesen kostenlos an.

Weitere Informationen zu verwandten Themen finden Sie in unseren Artikeln zu FTP und Dateiübertragung, Datenbanken und DNS Einstellungen.